Körperakupunktur

Körperakupunktur

Akupunktur – abgeleitet aus dem Lateinischen „acus“ (Nadel) und „pungere“ (stechen) – ist ein über 2000 Jahre altes Verfahren der Chinesischen Medizin, bei dem sterile Einmalnadeln in definierte Punkte des Körpers gesetzt werden, die so genannten Akupunktur-Punkte.

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Wie in China ist auch in unserer Praxis die Körperakupunktur das Standardverfahren. Abhängig von der Behandlungsindikation, der Beschwerden-Lokalisation, ebenso wie von der Vorliebe der Patienten, erfolgt die Körperakupunktur in Rücken- oder Bauchlage. Nach der vorab erfolgten Desinfektion werden feine, sterile und silikonfreie Einmalnadeln durch die Haut in die Akupunktur-Punkte gesetzt. Verteilt auf den ganzen Körper gibt es mehr als 400 Akupunktur-Punkte. Entsprechend der Diagnose und der Lokalisation der Beschwerden entscheidet der Therapeut, wo die Nadeln gestochen werden. Wie tief sie gesetzt werden, hängt von der Lage des Punktes und der Körperfülle des Patienten ab.

Meist sind es 10-15 Nadeln; es können aber durchaus einmal mehr oder – bei sehr empfindlichen Menschen – auch weniger sein. Während sich die Patienten bei leiser Musik – wenn gewünscht – entspannt, verbleiben die Nadeln 20 Minuten lang in den Akupunktur-Punkten. Die Anzahl der Sitzungen hängt erfahrungsgemäß davon ab, wie lange die Beschwerden bereits bestehen. Bei akuten, erst seit kurzer Zeit vorliegenden Beschwerden, reichen oft schon 4-6 Sitzungen. Bei chronischen Beschwerden sollte man 10-12 Sitzungen in Betracht ziehen. In den ersten beiden Wochen sind je zwei Behandlungen empfehlenswert. Danach erfolgt die Akupunktur wöchentlich.

Häufige Fragen zur

Körperakupunktur

Wer darf eine Akupunktur durchführen?

In Deutschland ist das nur approbierten Ärzten und Heilpraktikern gestattet.

Warum hilft Akupunktur? Wie funktioniert das? Wie ist dazu die Antwort aus westlicher Sicht?

Zum Wirkmechanismus der Akupunktur gibt es eine Reihe von Theorien. Wir erhalten aus der Forschung zwar immer mehr Erkenntnisse und Bestätigungen, dass die Akupunktur gut wirkt. Aber wie sie wirkt, ist noch nicht abschließend beantwortet.

Warum hilft Akupunktur? Wie funktioniert das? Wie ist dazu die Antwort aus östlicher Sicht?

Die Chinesischen Medizin kennt das Konzept der Meridiane, auch Leitbahnen genannt. Sie umspannen den Körper wie ein Netzwerk, sind mit den inneren Organen verbunden und verlaufen streckenweise an der Köperoberfläche. Dort, auf diesen Meridianen, befinden sich auch die Akupunktur-Punkte. So kann man von außen durch die Stimulation dieser Punkte Einfluss auf die Organe nehmen.

Wie viele Akupunktur-Punkte gibt es?

Definiert sind über 400 Akupunktur-Punkte. Die meisten liegen auf den so genannten Meridianen, auch Leitbahnen genannt. Es gibt es 12 ordentliche und 8 außerordentliche Meridiane. Daneben gibt es noch die Extrapunkte, die außerhalb der Meridiane liegen.

Was ist ein Schmerzpunkt?

Wenn die Nadeln in der Schmerzregion gesetzt werden, also dort, wo es weh tut, handelt es sich um eine Akupunktur in Schmerzpunkte, chinesisch: Ah-Shi Punkte.

Wie oft muss die Akupunkturbehandlung durchgeführt werden? Wie viele Sitzungen sind erforderlich?

Bei akuten Beschwerden, das heißt bei Beschwerden, die seit kurzer Zeit auftreten, reichen oft schon 4-6 Sitzungen aus. Bei chronischen Beschwerden sollte man mit 10-12 Sitzungen rechnen. Es empfiehlt sich, in den ersten beiden Wochen je zwei Behandlungen einzuplanen. Danach ist eine wöchentliche Akupunktur ausreichend. Gegen Ende der Behandlung, wenn schon eine deutliche Verbesserung eingetreten ist, können die Behandlungsabstände auch auf 2 oder 3 Wochen verlängert werden.

Wird die Behandlung beendet, sobald es mir besser geht?

Oft können gegen Ende der Behandlungszeit die Abstände zwischen den Sitzungen auf 2, 3 oder auch 4 Wochen verlängert werden. Idealerweise finden die letzten ein oder zwei Behandlungen in einem Zustand guten Wohlbefindens statt, so dass dann die Behandlung abgeschlossen werden kann.

Nicht selten äußern Patienten, insbesondere wenn sie schon über einen sehr langen Zeitraum unter erheblichen Beschwerden gelitten hatten, den Wunsch, zur Absicherung des Therapieerfolges alle 4-6 Wochen eine Erhaltungstherapie durchführen zu lassen. Das ist in solchen Fällen empfehlenswert und prophylaktisch sinnvoll.

Wann tritt die Wirkung der Akupunktur ein?

Das lässt sich, wie generell bei jeder Behandlung, nicht exakt vorhersagen. Menschen reagieren sehr unterschiedlich. Grundsätzlich gilt: bei akuten, d.h. erst seit kurzem vorliegenden Beschwerden tritt erfahrungsgemäß die Wirkung schneller ein als bei chronischen Beschwerden. Doch auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel.

Wo werden die Nadeln gestochen?

Der Therapeut entscheidet auf Basis der Diagnose und der Lokalisation der Beschwerden, wo die Nadeln gestochen werden.

Wie tief werden die Nadeln gestochen?

Wie tief die Nadeln gesetzt werden hängt ab von der Lage des Punktes und dem Körperumfang des Patienten. Das können nur wenige Millimeter sein wie bei Akupunktur-Punkten an der Stirn oder der Schädeldecke. An anderen Stellen, z.B. beim Gesäß oder Oberschenkel, können es auch mehrere Zentimeter sein.

Wie viele Nadeln werden gestochen?

Meist werden 10-15 Nadeln gesetzt. Es können aber durchaus mehr oder bei sehr empfindlichen Menschen weniger sein.

Wie lange verbleiben die Nadeln?

Üblicherweise werden die Nadeln nach 20 Minuten Ruhezeit entfernt.

Kann man Kinder mit Akupunktur behandeln?

Ja, generell schon. Doch obwohl wir für Kinder extra kleine und dünne Nadeln haben, ist zu berücksichtigen, dass Kinder unter 12 Jahren erfahrungsgemäß die Nadeln meist nicht tolerieren. Für Kinder ist deshalb die Laserakupunktur die angemessene Methode.

Akupunktur in der Schwangerschaft, geht das?

Ja natürlich. Erfahrene Therapeuten werden auf die Nadelung an bestimmten Punkten, z.B. am Unterbauch verzichten. In der Spätschwangerschaft ist die Behandlung in Seitenlage mit einem Kissen zwischen den Knien für die meisten Patientinnen die bequemste Position.

Ist die geburtsvorbereitende Akupunktur sinnvoll?

Ja, viele Hebammen bieten sie aus diesem Grund an. Wir empfehlen, diese Behandlung im Sinne der ganzheitlichen Betreuung durch die Hebammen durchführen zu lassen.

Tut Akupunktur weh?

Patienten beantworten diese Frage naturgemäß sehr unterschiedlich. Tatsache ist, und zwar auch gewünscht, dass man das Einstechen der Nadel durchaus spürt. Viele Patienten beschreiben das Gefühl aber nicht als Schmerz, sondern als dumpfen Druck oder empfinden so etwas wie einen elektrischen Reiz. In der chinesischen Sprache gibt es für dieses Gefühl ein eigenes Wort: DeQi. Dieses bewusst gespürte DeQi-Gefühl auszulösen ist wichtig, denn es verbessert die Aussicht auf einen guten Behandlungserfolg.

Kann es durch die Akupunkturbehandlung auch zu einer Verschlechterung kommen?

Normalerweise tritt keine Verschlechterung ein. Jedoch kann bei einigen Patienten das Phänomen der so genannten Erstverschlimmerung auftreten. Wie der Name schon besagt, tritt dies nur zu Beginn der Behandlung und auch nur vorübergehend auf und ist als positive Reaktion des Körpers auf die Behandlung zu interpretieren.

Was ist eine Erstverschlimmerung?

Wie der Name schon sagt, handelt es sich um eine Verschlechterung, eine Zunahme der Beschwerden zu Beginn der Behandlung. Erfahrungsgemäß tritt dieses Phänomen nur bei wenigen Patienten auf und gilt als positives Zeichen für den Behandlungsverlauf.

Welche Nebenwirkungen hat die Akupunktur?

Keine Therapie ist nebenwirkungsfrei. Auch nicht die Akupunktur. Bei sachgerechter Behandlung ist die Nebenwirkungsrate jedoch sehr niedrig. Weil die Punktion kleiner Blutgefäße nicht zu 100% vermeidbar ist, kann es deshalb zu Blutergüssen (Hämatomen) kommen.

Wann sollte man vorsichtig sein oder ganz auf die Akupunktur verzichten?

Bei Blutgerinnungsstörungen oder der Einnahme von blutverdünnenden Mitteln muss man besondere Vorsicht walten lassen. Wenn Sie Marcumar nehmen, bringen Sie bitte den aktuellen Quick- oder INR-Wert mit in die Praxis. Ebenso muss die Einnahme von Neuen Oralen Antikoagulantien (NOAK, z.B. Xarelto®, Eliquis®, Pradaxa®) oder ASS (z.B. Aspirin®) beachtet werden.

Kann ich nach der Behandlung Autofahren?

Grundsätzlich ja. Aber wenn Sie sich nach der Ruhezeit im Anschluss an die Behandlung noch etwas benommen fühlen, empfiehlt es sich, noch einmal kurz im Wartebereich Platz zu nehmen, etwas zu trinken und ein Stück zu gehen, bevor Sie sich ans Steuer setzen.

Wo kann ich noch ausführlichere Informationen zum Thema Akupunktur finden?

Es ist tatsächlich gar nicht so einfach, fachlich aussagefähige und qualitativ hochwertige Informationen in kompakter Form zu dem doch etwas komplizierten Thema zu bekommen. Aus diesem Grund habe ich die wichtigsten Fakten in allgemeinverständlicher Sprache in einem 40seitigen Kompendium zusammengefasst. Sie können das E-Book auf dieser Seite zum kostenlosen Herunterladen bestellen.