Winterzeit - Kann Kälte krank machen?

04. February 2014, von Dr. med. Thomas Wetzel

Eine Betrachtung aus Sicht der chinesischen Medizin

Kann Kälte krank machen? - Nach der chinesischen Medizin ist die Antwort ein klares Ja! Kälte kann uns krank machen. Denn sie ist ein Umweltfaktor, der Beschwerden und Krankheiten auslösen kann. Besonders häufig im Winter kommt es dazu, dass Kälte in den Körper eindringt. Zu wenig Kleidung, Kälte nach Schwitzen, sowie Nässe-Kälte durch Regen oder Schnee sind die Ursache. Mit dem Eindringen von Kälte kommt es zu einer Blockierung der Leitbahnen. Diese Blockierung äußert sich in Beschwerden, die in unterschiedlichen Körperregionen auftreten können. Die Folge der Kälteinvasion kann einfach eine „Erkältung“ sein. Darüber hinaus ist oft die Wirbelsäule mit Nacken- oder Rückenschmerzen betroffen. Ebenfalls häufig sind Gelenkschmerzen. Es können aber auch andere Organsysteme wie die Blase, Geschlechtsorgane oder der Verdauungstrakt angegriffen werden. Auch bei vielen Kopfschmerzproblemen ist Kälte die Ursache.

Kälte als Ursache chronischer Beschwerden

Interessant und wichtig ist es zu wissen, dass die eingedrungene Kälte über lange Zeit im Körper verbleiben kann, unter Umständen über Jahre. Dies kann der Fall sein, wenn die Kälteeinwirkung sehr intensiv war oder wiederholt aufgetreten ist. Aber auch eine geschwächte Abwehr kann nach der Vorstellung der chinesischen Medizin dazu führen, dass eingedrungene Kälte nicht oder nicht vollständig aus dem Körper eliminiert wird. Die Folge sind chronische Beschwerden und Schmerzzustände, wie sie zum Beispiel bei Rheumaerkrankungen auftreten.

Diagnose

Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist die korrekte chinesische Diagnose. In einem so genannten Erstgespräch schildern die Patienten die Entstehung und Umstände ihrer Beschwerden. Unter Einbeziehung von Zunge und Puls kann dann eine Diagnose gestellt werden. Die Diagnose beantwortet die Frage, ob Kälte als Ursache der Beschwerden eine Rolle spielt oder ob andere Gründe vorliegen.

Moxibustion und „warme Nadel“

Wenn nun Kälte als Ursache der Erkrankung erkannt wurde, dann ist Moxibustion die wichtigste Behandlungsmethode. Die Moxibustion ist eine Wärmetherapie, bei der Akupunkturpunkte mit verschiedenen Methoden erwärmt werden. Eine der in China gebräuchlichsten Methoden ist die so genannte „warme Nadel“. Diese Methode wird in unserer Praxis vorzugsweise eingesetzt, weil sie die Wärmebehandlung ideal mit der Akupunktur verbindet und für die Patienten angenehm ist. Bei dieser Behandlungsform werden Akupunkturnadeln an geeignete Punkte gesetzt. Auf den Nadeln wird dann die so genannte Moxawolle befestigt. Sie besteht aus Beifußkraut und wird abgebrannt. Die Patienten empfinden dabei eine milde Wärme. Durch die Erwärmung des Gewebes wird der Schmerz gelindert, die Muskulatur entspannt sich, und die Kälte als Ursache der Beschwerden wird beseitigt.
Das Schröpfen ist eine weitere Methode, die bei Kälteerkrankungen zur Anwendung kommt. Es handelt sich hierbei ebenfalls um eine physikalische Therapie, bei der sich ein Glas mittels Unterdruck auf der Haut festsaugt. Wird dieses Glas dann noch bewegt, spricht man von Schröpfkopf Massage. Auch hier basiert der therapeutische Effekt auf der Erwärmung des Gewebes. Nicht selten sind Patienten mit chronischen Schmerzen unter Therapie mit entzündungshemmenden Medikamenten oder starken Schmerzmitteln. Die Behandlung mit Methoden der chinesischen Medizin lässt sich damit sehr gut kombinieren. Das Ziel der Behandlung ist dann eine schrittweise Reduktion der Medikamente. Die Einnahme von Heilkräutern entsprechend der chinesischen Diagnose kann einen Übergang erleichtern.

Kategorie: Allgemeines

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