Das Fibromyalgiesyndrom (FMS)

20. January 2014, von Dr. med. Thomas Wetzel

Fibromyalgie bedeutet wörtlich übersetzt „Schmerz von Fasern und Muskeln“. Der Begriff Weichteilrheumatismus wird heute nicht mehr verwendet. Das FMS ist ein chronisches Schmerzsyndrom, das viele Gemeinsamkeiten mit dem chronischen Erschöpfungssyndrom hat. Die Ursachen sind unklar. Man geht davon aus, dass in Deutschland zwischen 1,5 und 2,5 Millionen Menschen betroffen sind, überwiegend Frauen.

Wie sind die Symptome

Im Vordergrund stehen Schmerzen der Muskulatur und Sehnenansätze in verschiedenen Körperregionen gleichzeitig. Meistens sind zusätzliche Beschwerden vorhanden. Dazu gehören Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Antriebsschwäche, Leistungsabfall, Niedergeschlagenheit, gynäkologische Beschwerden, Schwindel und viele mehr.

Was sind die Ursachen

Die Ursachen sind nicht geklärt. Man geht heute davon aus, dass sowohl körperliche Aspekte wie hormonelle Störungen oder erbliche Veranlagung eine Rolle spielen, als auch seelische Aspekte wie Stress und veränderte Schmerzwahrnehmung.

Wie wird die Diagnose gestellt

Beim FMS ergeben die technischen Untersuchungen wie Labor, Sonografie oder Röntgen keine krankhaften Befunde. Das führt oft zu einer erheblichen Verunsicherung der betroffenen Menschen. Wenn das Schmerzbild mindestens 3 Monate andauert und bestimmte Druckpunkte, die so genannten „Tenderpoints“ schmerzhaft sind, dann stellt man die Diagnose FMS.

Wie wird behandelt

Da die Ursache unklar ist, gestaltet sich die Behandlung schwierig. Häufig kommen so genannte Antidepressiva zum Einsatz. Die Wirksamkeit von Schmerzmitteln bei FMS ist nicht belegt. Wärmetherapie, Massagen, Bewegung und autogenes Training können Linderung bringen.

Die Sichtweise der chinesischen Medizin

Die chinesische Medizin beschreibt die so genannten „klimatischen Faktoren“. Das sind Faktoren wie Kälte, Feuchtigkeit und Wind. Solche Faktoren können nach dem Verständnis der chinesischen Medizin direkt in unseren Körper eindringen und sich dort über Monate oder gar Jahre festsetzen. Sie behindern den freien Fluss der Energie (das „Qi“). So entsteht der Schmerz. Aus chinesischer Sicht sind klimatische Faktoren häufig die Ursache des FMS. Von vielen Patienten wird es dadurch bestätigt, dass Wetterwechsel die Beschwerden verschlimmern. Die Situation wird schwieriger, wenn die Beschwerden über lange Zeit bestehen. Die ständigen Schmerzen machen die Menschen „mürbe“. Es entsteht aus Sicht der chinesischen Medizin ein Mangel, die „Akkus werden leer“. Das erklärt die Parallelen zum chronischen Erschöpfungssyndrom. Die Folge sind Leistungsabfall, Antriebsschwäche, Niedergeschlagenheit und andere unangenehme Veränderungen der Lebensumstände.

Die Behandlungsstrategie der chinesischen Medizin

Sie hängt natürlich von der chinesischen Diagnose ab. Wenn wie im obigen Beispiel klimatische Faktoren die Ursache sind, umfasst sie drei Aspekte.

  • Die Verbesserung des Energieflusses. Das ist die eigentliche Schmerzbehandlung. Die Therapie der Wahl ist die Akupunktur
  • Die Ausleitung der pathogenen Faktoren. Ziel ist die Beseitigung der Ursachen. Man behandelt mit Akupunktur, Wärmetherapie (Moxibustion) und Heilkräutern
  • Das Aufladen der „leeren Akkus“. Ziel ist die Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit, wenn bereits ein Mangel im Körper (Erschöpfung, Leistungsabfall, etc.) entstanden ist. Die Behandlung erfolgt mit Heilkräutern.

 

Wie läuft eine Behandlung praktisch ab

Im Rahmen eines Erstgespräches wird eine chinesische Diagnose gestellt. Das ist die Vorgabe für eine individuelle Heilkräutermischung. Die Apotheke stellt sie als Pulver her und man nimmt es zuhause in Wasser aufgelöst ein. Parallel werden regelmäßige Akupunkturbehandlungen durchgeführt, je nach Diagnose auch Moxibustion. Abhängig vom Zustand kann die Behandlung mehrere Wochen oder auch Monate umfassen.

Kategorie: Allgemeines

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