Die Wechseljahre der Frau

24. January 2014, von Dr. med. Thomas Wetzel

Ursachen, Symptome, Behandlung

Als Wechseljahre - auch Klimakterium genannt – bezeichnet man die Zeit der hormonellen Umstellung der Frau. Es handelt sich nicht um eine Erkrankung, sondern um einen natürlichen Lebensabschnitt der Frau: die fruchtbare Phase geht über in die unfruchtbare Phase. In diese Zeit fällt die allerletzte Monatsblutung. Sie wird als Menopause bezeichne. Der Zeitpunkt dieser letzten Blutung kann bereits Anfang der 40er oder erst nach Mitte der 50er liegen. Meist liegt die Menopause zwischen dem 48 und 55 Lebensjahr. Dabei ist es interessant, dass sowohl zwischen den verschiedenen Kulturen als auch in der historischen Betrachtung das Alter für die Menopause nur wenig variiert. Bereits im chinesischen Text „Su Wen – Reine Fragen“ aus dem ersten Jahrhundert vor Christus wird das Alter von 49 Jahren genannt, nicht weit weg vom heutigen Durchschnittsalter von 51 Jahren. In der Regel ist eine Behandlung nur erforderlich, wenn durch die hormonelle Umstellung starke Beschwerden auftreten.

Was sind die Ursachen der Wechseljahre

Die Wurzel liegt in den Eierstöcken und den dort enthaltenen Follikeln, auch Ei-Bläschen genannt. Sie enthalten die Eizellen, die in der Phase von der Pubertät bis zur Menopause beim Eisprung freigesetzt werden. Wenn nun die Anzahl der Follikel in den Eierstöcken abnimmt und der Eisprung ausbleibt, kommt es zu einer Abnahme der Sexualhormone Östrogen und Progesteron. Neben der Abnahme der Sexualhormone kommen aber auch andere Ursachen für die Beschwerden in Frage.

Was sind die Symptome bei Wechseljahresbeschwerden

Die Summe der Beschwerden wird als klimakterisches Syndrom bezeichnet. Das herausragende Symptom sind die Hitzewallungen. Sie treten bei der Mehrzahl der Frauen auf und halten aktuellen Studien zufolge im Schnitt 10 Jahre an. Ein weiteres häufiges Symptom ist Trockenheit der Scheide, teils begleitet von Juckreiz und Brennen. Diese Beschwerden werden direkt dem Hormonmangel zugeordnet. Zahlreiche weitere Symptome können auftreten, wie zum Beispiel Kopfschmerzen, Gewichtszunahme, sexuelle Probleme wie etwa Unlust, Harnwegsbeschwerden, innere Unruhe, Nervosität und Reizbarkeit, reduziertes Selbstwertgefühl, depressive Verstimmung, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Nachtschweiße, Herzbeschwerden und ein allgemeines Erschöpfungsgefühl.

Was ist eine Hormontherapie

Dabei werden die Hormone zugeführt, deren Mangel die Beschwerden zugeschrieben werden. Der Einsatz einer Hormontherapie ist aber nicht die Regel. Er hängt ab vom Ausmaß der Beschwerden und dem Leidensdruck der Frau. Der Frauenarzt wird deshalb sorgfältig zwischen dem erwarteten Nutzen und möglichen Nebenwirkungen abwägen.
Häufig kommt eine Kombination von Östrogenen und Gestagenen zum Einsatz. Es gibt sie als Spritzen, Tabletten, Hautpflaster oder zur Verabreichung in der Scheide. Die Wirkung der Hormontherapie vor allem auf die Hitzewallungen und Veränderung der Scheide ist gut belegt. Zu den aus Studien berichteten Nebenwirkungen der Hormontherapie gehören unter anderem Brustspannung, Blutungen, Ödeme, Gelenkbeschwerden und psychische Symptome wie Reizbarkeit, Antriebsschwäche oder Depressionen. Die Hormontherapie wird auch mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfälle in Zusammenhang gebracht. Das oft diskutierte Brustkrebsrisiko scheint ein Phänomen der Langzeiteinnahme über 5 oder mehr Jahre zu sein.

Was für Alternativen gibt es zur Hormontherapie

Häufig angewendete pflanzliche Mittel sind so genannte „Pflanzen-Östrogene“ aus Soja und Rotklee sowie die Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa). Die Ergebnisse von Studien sind uneinheitlich und das Ansprechen auf diese Mittel scheint auch individuell unterschiedlich zu sein.
Regelmäßiges körperliches Training kann zur Verbesserung der Hitzewallungen beitragen, ebenso ein niedrigeres Körpergewicht.

Was kann die chinesische Medizin anbieten

In der chinesischen Gynäkologie haben Wechseljahrbeschwerden einen hohen Stellenwert und die Behandlung hat eine lange Tradition. Wie in der westlichen Medizin geht die chinesische Medizin bei diesen Beschwerden meist von einem Mangelsyndrom aus. Die genaue Diagnose wird bei einem so genannten Erstgespräch ermittelt. Die Therapie legt neben den körperlichen Symptomen wie Hitzewallungen großes Augenmerk auf das seelische Befinden. Innere Ruhe, Stimmungsaufhellung, Steigerung des Selbstwertgefühls, guter Schlaf und Gelassenheit stehen oftmals sogar im Vordergrund. Die Verbesserung der Leistungsfähigkeit ist ein weiteres Ziel. Letztendlich geht es um die gesamte Lebensqualität. Heilkräuter spielen eine wichtige Rolle in der Behandlung. In unserer Praxis werden sie als Granulate verordnet, die von der Apotheke zubereitet werden. Man nimmt sie zuhause in Wasser aufgelöst ein. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, den „Mangel“ im Körper wieder aufzufüllen, um damit die Ursache der Beschwerden zu beseitigen und die allgemeine Leistungsfähigkeit zu steigern. Begleitend wird mit Akupunktur behandelt. Hierbei geht es vor allem um eine Verbesserung der seelischen Befindlichkeit. Die chinesische Behandlung kann gegebenenfalls auch mit einer Hormontherapie kombiniert werden.

Kategorie: Allgemeines

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