Nahrungsmittelunverträglichkeiten

04. February 2014, von Dr. med. Thomas Wetzel

Bauchschmerzen, Krämpfe, Durchfall, häufiger Stuhldrang, Blähungen, Sodbrennen, Verstopfung, Hautsymptome, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Antriebsschwäche, Leistungsabfall…
Solche Symptome lassen auch an eine Nahrungsmittelunverträglichkeit denken. Mehr als 20 % der Menschen in Industrieländern geben an, an derartigen Beschwerden zu leiden. Die Ursachen sind vielfältig und bleiben am Ende häufig unklar.

Was sind die Ursachen

Am häufigsten vermuten die betroffenen Menschen eine Nahrungsmittelallergie. Aber nur 2-5% der Bevölkerung sind davon betroffen. Chronische entzündliche Darmerkrankungen oder die Unverträglichkeit von Gluten (Zöliakie) können ebenfalls Ursache sein, sind aber glücklicherweise noch seltener als die Allergien. Meist haben die Beschwerden andere Ursachen. In jüngerer Zeit sind auch die Laktose- und Fruktoseunverträglichkeit sowie die Histaminintoleranz als Diagnosen hinzugekommen. Chronische Infektionen kommen ebenso in Frage wie bestimmte internistische Erkrankungen, Darmfehlbesiedlungen oder psychosomatische Reaktionen. In einer Vielzahl von Fällen bleibt die Ursache jedoch unklar.

Wie wird eine Diagnose gestellt

Die Diagnose einer Nahrungsmittelallergie wird mit Hilfe der Krankengeschichte, Hauttests, Laboruntersuchungen und gegebenenfalls Provokationstests gestellt. Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und Zöliakie bringt meist die Darmspiegelung ein Ergebnis, weil bei diesen Krankheitsbildern die Darmwand typische Veränderungen aufweist. Bei einer vermuteten Unverträglichkeit von Laktose oder Fruktose ist eine Diät mit Weglassen der vermuteten Substanz aufschlussreich. Ergänzend gibt es den so genannten Atemtest.

Wie wird behandelt

Die Behandlung hängt von der Diagnose ab. Schwierig wird es, wenn keine klare Ursache gefunden wird oder eine psychosomatische Reaktion vermutet wird. Dann ist keine spezifische Therapie möglich. Leider ist dieser Fall recht häufig. Dann lohnt es sich, über Alternativen nachzudenken.

Die Sichtweise der chinesischen Medizin (TCM)

Die TCM kennt eine eigenständige „Physiologie“ des Menschen. Damit sind die Funktionen des Körpers und seiner Organe gemeint. Sie werden als System der Elemente dargestellt. Auch in der TCM sind die Ursachen von Nahrungsmittelunverträglichkeiten vielfältig. Das so genannte Element „Erde“ steht sinnbildlich für all diejenigen Prozesse, die wir als Verdauung und Stoffwechsel bezeichnen. Ein Mangel in diesem Element wird relativ häufig festgestellt. Die Symptome sind dann beispielsweise weiche Stühle, Blähungen, Völlegefühl, Abgeschlagenheit, Antriebsmangel, Erschöpfbarkeit, Blässe und Anschwellen der Gliedmaßen.

Wie wird eine chinesischen Diagnose erstellt

In einem Erstgespräch werden genauestens die Art und die Umstände der Beschwerden erfasst. Zusammen mit Puls- und Zungendiagnose wird eine chinesische Diagnose gestellt.

Die Behandlungsstrategie der chinesischen Medizin

Sie erfolgt entsprechend der chinesischen Diagnose. Wenn wie im obigen Beispiel ein Mangel die Ursache ist, geht es im Wesentlichen darum, diesen Mangel zu beheben. In dem Maß wie das gelingt, werden die Beschwerden zurückgehen und die Leistungsfähigkeit wieder zunehmen. Zudem wird man geeignete Maßnahmen ergreifen, um ein erneutes Auftreten der Problematik zu verhindern.

Wie läuft eine Behandlung praktisch ab

Am Anfang steht immer das Erstgespräch zur Erstellung der chinesischen Diagnose. Häufig kommt eine Kombination aus Heilkräutern und Akupunktur zum Einsatz. Die Apotheke stellt eine individuelle Heilkräutermischung als Pulver her. Man nimmt es zuhause in Wasser aufgelöst ein. Parallel werden regelmäßige Akupunkturbehandlungen durchgeführt. Selbstverständlich gehört auch eine entsprechende Ernährungsberatung dazu, die vor allem auch ein erneutes Auftreten der Probleme verhindern soll. Abhängig vom Zustand kann die Behandlung mehrere Wochen oder Monate umfassen.

Kategorie: Allgemeines

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