Akupunktur: feine Nadeln – große Wirkung

05. January 2014, von Dr. med. Thomas Wetzel

Die Akupunktur ist neben der Kräuterheilkunde eine wichtige Behandlungsmethode der Traditionellen Chinesischen Medizin. Seit vielen Jahren findet sie zunehmende Anerkennung auch in westlichen Ländern. Durch wissenschaftliche Studien lernen wir mehr und mehr über die Wirkung. So wurde 2008 eine deutsche Studie veröffentlicht, die zeigen konnte, dass die Akupunkturbehandlung bei Rückenschmerzen und bei Arthrose des Kniegelenkes besser wirkt, als die herkömmliche Behandlung.
Vor kurzem haben Kardiologen der Universitätsklinik Heidelberg eine Studie in der renommierten Fachzeitschrift „Heart“ veröffentlicht.

Darin zeigen sie, dass Herzpatienten durch Akupunktur belastbarer werden. Sie konnten eine längere Wegstrecke zurücklegen als die Patienten, die nur eine Scheinakupunktur erhielten.
Auch wenn solche Studien die Wirksamkeit der Akupunktur belegen, so wissen wir doch noch immer recht wenig über die Wirkungsweise. Eine weitere deutsche Forschergruppe hat hierzu einen wichtigen Beitrag geleistet. Neuroradiologen der Universitätsklinik Essen machten die Aktivität bestimmter Hirnareale bei Schmerzen sichtbar. Bei den gleichen Personen war die Aktivität unter Akupunkturbehandlung nicht mehr messbar. Die Studie wurde auf dem diesjährigen deutschen Röntgenkongress vorgestellt. Eine amerikanische Forschergruppe hat dieses Jahr in der Fachzeitschrift „Nature Neuroscience“ veröffentlicht, dass durch Akupunktur der körpereigene Botenstoff Adenosin ausgeschüttet wird. Dieser blockiert Schmerzrezeptoren und dämpft dadurch den Schmerz. „Akupunktur ist in einigen Teilen der Welt seit 4000 Jahren ein Grundpfeiler der medizinischen Behandlung, nur weil sie nie vollständig erklärt werden konnte, blieben viele Menschen skeptisch“, sagt Studienleiterin Maiken Nedergaard.
Ganz bestimmt sind solche neuen Erkenntnisse dazu geeignet, die Skepsis weiter abzubauen.

Kategorie: Allgemeines

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