Heuschnupfen - Allergische Rhinokonjunktivitis Teil II

17. April 2007, von Dr. med. Thomas Wetzel

 Teil II: aus Sicht der chinesischen Medizin  

„Wei Qi“ oder Immunsystem - Heuschnupfen aus chinesischer Sicht 

Nach der chinesischen Medizintheorie können „klimatische Faktoren“ Krankheiten verursachen. Beispiele für solche klimatische Faktoren sind Kälte, Feuchtigkeit und Wind. Sie werden auch „äußere pathogene Faktoren“ genannt und können in die Körperoberfläche eindringen und Krankheiten verursachen. In der chinesischen Medizin gibt es das Konzept des so genannten Wei Qi. In deutscher Sprache nennt man es das Abwehr–Qi. Dieses Wei Qi umgibt unseren Körper wie eine Schutzschicht. Im westlichen Sinne würde man hier vom Immunsystem sprechen. Ist das Wei Qi schwach, so kann vor allem pathogener Wind in den Körper eindringen. Die Nase ist

häufig die Eintrittspforte und die Symptome des Heuschnupfens sind die Folge.  

Symptome des Heuschnupfens  

  • Fliesschnupfen mit wässrigem Sekret – auch Rhinitis genannt
  • Schwellung der Nasenschleimhaut, Juckreiz
  • Niesattacken
  • Juckreiz im Rachen
  • Gerötete, juckende, tränende Augen – auch Konjunktivitis genannt

Chinesische Behandlung 

Es ist ein Grundsatz in der chinesischen Medizin dass immer „Ben“ und „Biao“ behandelt werden. Biao heißt „Zweige“. Das sind die Symptome der Erkrankung wie oben beschrieben. Ben heißt die „Wurzel“ und meint die Ursache dafür, dass es überhaupt zu der Erkrankung kommen konnte.  

Behandlungsprinzipien der TCM bei Heuschnupfen 

Selbstverständlich wird „Biao“ behandelt. Das heißt im Falle des Heuschnupfens, dass Wind ausgeleitet wird und Hitze (z.B. Entzündung der Augen) geklärt wird.Damit werden die Symptome des Heuschnupfens behandelt.Die ursächliche Behandlung liegt jedoch in der Stärkung des Wei Qi – Abwehr-Qi.  

Akupunktur oder Heilkräuter - Was macht man konkret? 

Oft kommen die Patienten in der akuten Phase, das heißt, wenn die Beschwerden da sind. Dann werden vor allem die Symptome behandelt und das Abwehr-Qi gestärkt. Die Behandlungsdauer hängt von der Symptomatik ab, liegt aber meistens zwischen 4 und 8 Wochen.Die in China häufig angewandte Methode ist eine Kombination  aus Akupunktur und der Einnahme von Heilkräutern. Um einen vorbeugenden Effekt zu erzielen ist es ratsam, vor der folgenden Pollensaison einen weiteren Behandlungszyklus einzuplanen. Dieser ist kürzer als in der akuten Phase. Er sollte auf jeden Fall vor dem üblichen Auftreten der Symptome stattfinden. Dies kann durchaus  bereits im November der Fall sein.  

Kategorie: Häufige Krankheitsbilder

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