Burnout – und jetzt?

02. February 2014, von Dr. med. Thomas Wetzel

Die Aufmerksamkeit für dieses Thema war zuletzt groß. Prof.W.Rössler, Zürich, sagt: „Es gab noch nie so viele Menschen, die sich selbst einer psychischen Krankheit bezichtigt haben“. Ist damit ein Tabu gebrochen? Denn oft werden die Symptome von den Betroffenen als Schwäche gesehen, die man verbergen möchte. 

Burnout heißt „Ausbrennen“ oder „ausgebrannt“. Die internationale Klassifizierung von Krankheiten (ICD10) spricht von „totaler Erschöpfung“. Das Vollbild des Burnout ist ein dramatischer Zustand und verursacht große persönliche und volkswirtschaftliche Schäden.

 

Es gar nicht soweit kommen lassen

 

Das Vollbild des Burnout entwickelt sich allmählich. Die Vorstufen auf dem Weg dahin betreffen zahlreiche Menschen. Deswegen macht es Sinn, sich mit den Ursachen und der Entwicklung dieser Erkrankung zu befassen und rechtzeitig Lösungen zu finden.       

 

Wie sind die Symptome

 

Im Vordergrund stehen Müdigkeit, Antriebsmangel, Kraftlosigkeit, innere Unruhe, Reizbarkeit und das Gefühl von Überforderung und Ausweglosigkeit. Mit zunehmender Erschöpfung kann sich die Persönlichkeit verändern. Zynismus, aggressives Verhalten und depressive Verstimmungen können sich entwickeln.

 

Was sind die Ursachen

 

Hohe Arbeitsbelastung, Fremdbestimmung und mangelnde Wertschätzung verursachen einen anhaltenden Druck. Die Ursachen liegen meist im Arbeitsumfeld oder im familiären Bereich. Im schlechteren Fall ist es eine Kombination aus beidem.  

 

Die Sichtweise der chinesischen Medizin

 

Erschöpfungs- und Überlastungszustände mögen heute häufiger auftreten. Aber es gab sie zu allen Zeiten. Chinesische und westliche Medizin sind sich darin einig, dass emotionale Belastungen verantwortlich sind. Aber: die chinesische Medizin hat dies schon lange beschrieben, bevor es unsere Psychologie gab. Entsprechend hat sie klare Konzepte für die Therapie entwickelt.

 

Was passiert aus Sicht der chinesischen Medizin

 

Im Grunde sind es zwei Dinge, die aus dem Ruder laufen. Erstens entsteht im Körper ein Mangelsyndrom. Bildlich gesprochen: „die Akkus sind leer“.

Zweitens besteht neben dem Energiemangel auch eine Störung des Energieflusses. Sie verstärkt  psychische Symptome wie Reizbarkeit, Unruhe und Hoffnungslosigkeit. Die Erholung aus eigener Kraft wird immer schwieriger.

 

Die Behandlungsstrategie

 

Auch therapeutisch wird ein zweifacher Ansatz gewählt. Der Mangel wird mit Heilkräutern behandelt. Die „leeren Akkus“ werden wieder aufgeladen.

Die Verbesserung des Energieflusses ist Thema der Akupunktur. Ziel ist ein höheres Maß an Gelassenheit. Belastende Lebensumstände lassen sich nur selten kurzfristig  verändern. Gelassenheit trägt dazu bei, dass man besser damit zurechtkommt und auch wieder Erholungsphasen erreicht.

 

Wie läuft eine Behandlung praktisch ab

 

 

Im Rahmen des Erstgespräches wird eine chinesische Diagnose gestellt. Das ist die Vorgabe für eine individuelle Heilkräutermischung. Die  Apotheke stellt sie als Pulver her und man nimmt es zuhause in Wasser aufgelöst ein. Parallel werden regelmäßige Akupunkturbehandlungen durchgeführt. Je nach Zustand kann die Behandlung mehrere Wochen oder auch Monate umfassen.

Kategorie: Allgemeines

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